Wohnmobilstellplatz Essen Baedeker Str

Wohnmobilstellplätze im Ruhrgebiet – Essen

Wohnmobilstellplätze im Ruhrgebiet  – Essen.

Auf unserer weihnachtlichen Tour durch das Ruhrgebiet, haben wir drei Wohnmobilstellplätze an einem langen Wochenende besucht.

Oberhausen, Gelsenkirchen und Essen. Essen ? Ja seit geraumer Zeit hat die Stadt im Herzen des Ruhrgebietes auch die Reisemobillisten als potentielle Gäste erkannt und einen, zentrumsnahen  Wohnmobilstellplatz eingerichtet. Wenn man

Wohnmobilstellplatz Essen Baedeker Str
Wohnmobilstellplatz Essen Baedeker Str

bedenkt, dass die Haushaltslage der Ruhrgebietsgemeinden, sagen wir mal vorsichtig, angespannt sind, ist es sehr erfreulich, dass hier investiert wurde. Nur Übernachten könnte für empfindliche Gemüter problematisch werden. Kleine Unebenheiten auf einem Stellplatz, gleicht der Proficamper locker mit seinen Auffahrkeilen aus. Aber die

Schräglage des Essener Wohnmobilstellplatz, toppt so manche zu recht kritisierten Plätze.Auf der Homepage der Stadt Essen wird auch auf den Stellplatz in Gelsenkirchen verwiesen, warum aber die Verantwortlichen die Baedeker Str als Standort ausgewählt haben, konnte ich in meiner Recherche nicht herausfinden.
Die Stadt Essen, in den Köpfen vieler Menschen immer noch eine industriell geprägte Metropole, ist erstaunlich grün. So wie das ganze Ruhrgebiet viel grüner ist, als sich das manch ein Süd – oder Nord – oder Ostdeutscher Tourist vorstellen würde. Aber grün und freundlich allein reicht nicht um ein Wohnmobilziel attraktiv zu machen. Aber hier trumpft Essen, die Kulturhauptstadt wirklich richtig auf. Fangen wir beim Musik Theater Aalto an. Mag die Errichtung der Stadt auch finanziell Anfang der 1990iger Jahre weh getan haben, so ist diese Kulturstädte wirklich von internationalem Rang. Es ist die repräsentative Spielstätte für das Aalto-Musiktheater, das Aalto Ballett Theater Essen und die Essener Philharmoniker. Es ist eine architektonische Sehenswürdigkeit von internationalem Rang !
In Anlehnung an das griechische Theater in Delphi bietet das Aalto 1125 Zuschauern, in geschwungenen Sitzreihen vor der Bühne Platz. Der ganze Bau wird von organisch fließenden Formen beherrscht, und soll an finnische Landschaften erinnern.
Südlich des Aalto Theaters schließt sich der Szene-Stadtteil Essen Rüttenscheid an. Hier dominieren Kneipen, Cafés und Restaurants das Bild. Immer schön eingereiht zwischen kleinen und mittleren Geschäften. Wer nach dem Besuch der Essener Innenstadt noch über genügend Kondition in den Füssen verfügt, der kann in Rüttenscheid seine Shoppingtour ideal fortsetzten. Shopping, shopping und nochmal shopping, so lautet auch das Angebot der Essener Innenstadt. Vom Hauptbahnhof in nördlicher Richtung erstreckt die die Kettwiger Straße. Eine lange, Fußgängerzone mit unzähligen Geschäften. Wer von der Kettwiger Straße noch nicht ermüdet worden ist, der sollte sich das Einkaufszentrum Limbecker Platz vornehmen. Zeit ist aber auch hier die Voraussetzung um die über 250 Geschäfte ansehen zu können. Von Montag bis Samstag 10 bis 20 Uhr und an jedem 1. Freitag im Monat 10:00 bis 24:00 Uhr hat dieses Megazentrum seine Tore geöffnet.
Wer nun glaubte Essen sein ja gar keine Kohle und Stahlstadt mehr, der kann auf der Route der Industriekultur sich weiter nach Norden begeben, zu dem Weltkulturerbe Zeche Zollverein. Bevor hier ein paar Fakten zu diesem Stadtteil folgen, mein dringender Apell an die Verantwortlichen: Das Gelände der Zeche Zollverein ist wie keine andere Fläche für einen Wohnmobilstellplatz geeignet.

Zeche Zollverein Schacht VII
Der Stadtteil Essen Katernberg ist Zollverein und Zollverein ist Katernberg. Franz Haniel, Sprössling einer Duisburger Handelsdynastie, suchte in den 1830iger Jahren Kokskohle, also sog. Fette Kohle, zur Versorgung seiner Stahlwerke. Fündig wurde er in dem kleinen Dorf Katernberg, dessen Ursprung, das Gehöft Katernberg, noch heute zu finden ist. Bis zum Ende der Kohleförderung sind in Katernberg ein dutzend Schächte abgeteuft worden. Waren es zunächst polnische Emigranten, die ihren Lebensunterhalt im Bergbau verdienten, folgten in den 1950iger Jahren des 20igsten Jahrhundert türkische Einwanderer. Sie prägen heute das Bild des Essener Norden und geben ein gutes Beispiel für das gelungene Miteinander der Kulturen. Der 1997 errichtete Neubau , mit seinem 30 Meter hohen Minarett und der 15 Meter durchmessenden Kuppel, beherbergt den Gebetsraum und weitere Räumlichkeiten. In Erinnerung an den Gebetsraum, der zuvor einem Brandanschlag zum Opfer gefallen war, errichtet man das Gebäude unter dem Motto „Verständnis entflammen“ und warb so um die gegenseitige Akzeptanz.
Machen wir nun einen großen Sprung vom Norden der Stadt in den Süden, so muss man zwangsläufig auf den Essener Baldeneysee stoßen. Hier erholt sich im Sommer nicht nur die Essener Bevölkerung, sondern man kann den Eindruck haben, das ganze Revier belagert die Ufer dieses Ruhestausees. Hoch über dem Ufer befindet sich ein weiteres Wahrzeichen der Stadt Essen, die Villa Hügel. Stamm und Wohnsitz der Familie Krupp. Da ich hier aber nur aus der Sicht eines Reisemobillisten berichten kann, sei nur kurz erwähnt, dass dieses sehenswerte Gebäude heute unter der Verwaltung der Kulturstiftung Ruhr steht. Eine Besonderheit sei noch erwähnt. Die Villa Hügel ist das erste bekannte Gebäude mit einer Warmluftheizung, quasi einem Vorläufer der heutigen Klimaanlagen. Und das schon 1873 ! Der Erbauer, Alfred Krupp konnte in 269 Zimmern und einer Fläche von über 8000 qm sich jeden Abend einen andren Alkoven aussuchen. Hätte es das Freudennetzwerk Facebook schon gegeben, wäre diese Villa auch ideal für eine Party im flashmob Stil gewesen. Die grosszügigen Flächen rund um die Villa bötn auch Platz für einen schönen Wohnmobilstellplatz. Aber das wird wohl noch sehr viel Überzeugungsarbeit unserer Lobbyisten zu leisten sein…
Bevor unser Bericht über die Stadt Essen, den Wikipedia Artikel in den Schatten stellt, bleibt mir nur der Hinweis, dass Essen sehr viel Interessantes zu bieten hat, was man als Wohnmobilfahrer sich nur nach und nach erarbeiten kann. Essen ist wie das ganze Revier einen Wohnmobilurlaub wert.