Rhein bei Wesel

Vom Rhein zur Nordsee Die B70

Vorweg

Wer heute aus dem Rheinland oder dem Ruhrgebiet, mit dem eigenen Auto, an die Nordsee fahren will, der freut sich seitdem Jahr  2006 über die Tatsache, dass die Autobahn A31, der sog. Friesenspieß, durchgängig befahrbar ist. So sehr man viele Jahre auf die Fertigstellung dieser Autobahn gehofft hatte, so sehr sind die Orte und Sehenswürdigkeiten entlang der alten Route in Vergessenheit geraten. Ob nun von Köln, Düsseldorf oder aus dem Herzen des Ruhrgebiet kommend, kann der eilige Reisende, wenn er oder sie das Autobahndreieck Bottrop passiert hat, zwei, drei Stunden später Seeluft schnuppern. Denn ab hier gibt es lange Zeit keine komplizierten Autobahnwechsel mehr. Wer stur auf dem Friesenspieß, bleibt, der fährt geradewegs auf den Borkumkai in Emden zu. Spätestens dort muss das Auto auf die Fährschiffe der AG Ems verladen werden, wenn das Urlaubsziel auf der Insel Borkum ist. Vergessen sind die Zeiten, in denen der automobile Weg an dieses Stück Nordsee, über verschiedene Bundesstraßen führte. Die B70 war dann ab dem beschaulichen Ort Raesfeld für viele Kilometer der Asphalt gewordene Begleiter. Stunde um Stunde konnte vergehen und der Weg war weit und lang. Die Fernreisenden Urlauber sind von dieser Bundesstraße verschwunden. Sie tummeln sich in der Ferienzeit auf dem derzeit einzigen Tank und Rastplatz Ems / Vechte, an er Bundesautobahn 31. Hier kann der Hund mal kurz Gassie gehen, Herrchen und Frauchen entschwinden mit 70 € Cent im blitze blanken Sanifär-Bereich, um dann mit einem 50 € Cent Gutschein entrüstet festzustellen, das die Tüte Lakritze mit 3,90 € dann immer noch viel zu teuer ist. Ich persönlich bin froh, dass meine Wohnmobilreisen immer öfter und ganz bewusst die Autobahnen meiden. Es ist dann über weite Strecken eine kleine Zeitreise. Für wen, wenn nicht für uns Reisemobilisten gilt der Satz:“ Der Weg ist das Ziel !“ In diesem Reisebericht erleben Sie nicht nur die vor Autobahn Zeit, sondern Sie fahren an viele schöne und interessante Orte, die der A31 Benutzer nur all zu schnell rechts und links an sich vorbei rauschen lässt. Von dem beschaulichen Cafés des ebenso beschaulichen Mariental, über die Türme der Kreisstadt Borken führt der Weg immer in Richtung Norden. Genießen Sie die Einkaufstadt Rheine, staunen Sie über die Kreuzfahrschiffe in Papenburg und übernachten Sie am Borkumkai in Emden.
Aber auch der B70 wird nicht nur stur gefolgt, das wäre in Anbetracht der vielen verlockenden Wegpunkte auch ein fach zu schade. Und entlang unsere Route gibt es wirklich sehr viel zu sehen. Raststädten sind hier noch richtige Gasthäuser, einige von Ihnen erlauben uns die Übernachtung auf dem dazugehörigen Parkplatz. Wir werden Wohnmobilübernachtungsplätze ebenso ansteuern, wie die klassischen Campingplätze. Für die Menschen, denen das schon zu normal ist, schauen wir uns auch Plätze an, an denen man völlig frei stehend, seinen wohlverdienten Schlaf finden kann.

So führt diese Reise nicht für eine Woche an die Nordsee, sondern die Reise an die See dauert eine Woche.

Wohnmobilstellplätze im Video vorgestellt