Wohnmobil Basisfahrzeuge Citroen oder Fiat

Die Puma Dieselmotoren

Citroen oder Fiat, oder ganz was anderes ?

Die Geschichte von Platzhirschen

Sie fahren ein Wohnmobil ? Sie besitzen ein Wohnmobil, Sie haben schon einmal ein Wohnmobil gemietet ? Dann ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass es sich bei dem Basisfahrzeug




um einen Fiat Ducato handelt. Alle Eigner eines James Cook, eines Mercedes Sprinter mit Westfaliaausbau, alle Eigner von diversen VW Campern mal ausgenommen, denn die gehören nur zu dem verbleibenden knapp 33% aller Wohnmobile, die nicht auf dem Fiat Ducato basieren. Somit ist der Ducato der stärkste Hirsch, der sich im Kampf gegen Nebenbuhler auf dem Brunftplatz der Wohnmobilszene behauptet hat und somit den Markt zu zwei Dritteln beherrscht. Eines muss ich hier schon vorweg nehmen, die Antwort auf die Frage, warum dass so ist, warum Fiat sich so sehr breit gemacht hat, kann ich durch kein schlüssiges Argument unterlegen. Berichten kann ich aber von unserer eigenen Erfahrung, bei der Auswahl der von Wohnmobilen. Lesen Sie dazu auch die kleine Artikelfolge 20 Jahre Campingbus (http://meincamp.de/20-jahre-campingbusse/).

Der Citroën Jumper als solide Basis für Wohnmobile. Nicht nur eine Frage des Motors
Der Citroën Jumper als solide Basis für Wohnmobile. Nicht nur eine Frage des Motors

Die begehrte, unverzichtbare, grüne  Umweltplakette, die unser Mercedes Sprinter 312 aus dem Baujahr 1998, nicht mehr ohne erheblichen finanziellen Aufwand hätte erhalten können und der Wunsch nach einem voll ausgestatteten, komfortablen Kastencamper, hat uns zu einem weiteren Platzhirsch und Pioneer der ausgebauten Kastenwagen geführt. Sie ahnen es, unser Interesse war auf den Pössl Roadstar 600, bzw. damals auch die Baureihe 2Win gerichtet. Im Jahr der Anschaffung (2013), basierten alle Pössl auf der Basis des Citroen Jumper.  Wer alternativ einen Fiat Ducato wünschte, wurde mit einem Aufpreis von etwa 1000,00 € belastet. Die Frage nach dem Unterschied, zwischen diesen eineiigen Zwillingen, beantworten die Verkäufer, nach dem Prinzip der tibetischen Gebetsmühle:“bis auf den Motor und die Markenlogos, sind die alle gleich !“ Und weiter dozieren die Verkaufsprofis:“ Der Citroen hat einen Motor mit Steuerkette, da sparen Sie den turnusgemäßen Wechsel des Zahnriemen“ War es das schon ? Muss sich der Interessent für einen ausgebauten Kastenwagen eigentlich nur zwischen Fiat und Citroen entscheiden ? Was ist mit dem dritten im Bunde, dem Peugeot Boxer ? Und warum werden so selten die ebenfalls preiswerten Fahrzeuge von Renault Master bis Ford Transit, als Ausbaugrundlage herangezogen ? Weil meine Kaufentscheidung all diese Fragen beinhaltete, habe ich mich in die Materie hingekniet, keinen Pössl auf Ducatobasis gekauft, sondern einen Clever Mobil, als Werksausbau mit Citroen Basis.  Im folgenden möchte ich mal meine Entscheidungswege aufdröseln.




Wenn ich ein fabrikneues Fahrzeug erwerbe, dann muss in der Nähe meines Heimatortes ein vertrauensvoller, und qualitativ hochwertiger Service Partner vorhanden sein. Im Kreis Borken gibt es auch einen Platzhirschen in Sachen Citroen, das Autohaus Bleker (Lesen Sie dazu den Artikel über die erste Inspektion unseres Jumpers bei dem Autohaus). Als Liebhaber alter Mercedes Youngtimer (www.sterne-blog.de) bin ich seit Jahren Fan der Steuerkette. Bei Mercedes hatte man auch bei der Entwicklung neuer Motoren mit dem Zahnriemen experimentiert, ist aber dann doch immer wieder auf die Steuerkette zurückgekommen. Vorzugsweise hier sogar in doppelter Ausführung. Mein Mercedes Klassiker der Baureihe W126 verfügt gleich über 4 Steuerketten, je zwei pro Zylinderbank. Mit diesem Bauprinzip hat das Auto es auf fast 400 Tkm gebracht und es hat keinen Anschein, das nicht noch weitere 100TKm folgen könnten. Somit stand es schon mal  Zwei zu Null für den Citroen. Aber die Steuerkette allein reicht für einen soliden Motor nicht aus ! VW Fahrer der kleinen TSI Motoren mit gelängten Steuerketten waren mit diesem Prinzip der Ventilsteuerung nicht sehr gut bedient. Ein Dieselmotor soll robust und langlebig seinen Dienst versehen können, gerade in Transportern, die ein raues und hartes Autoleben führen. Somit musste ich mich mit den Details des Motors von Citroen auseinandersetzen. Die Recherche dazu war wider erwartend komplizierter aber durchaus aufschlussreich. Bis zum Zeitpunkt des Kaufes im April 2013 war mir nur die Tatsache bekannt, das die Motoren offenbar von Ford stammen und  die Einspritztechnologie von Bosch (common rail). Kurz  zuvor hat die Fachpresse postuliert, das Citroen und Ford nunmehr die Abgasnorm Euro 5, dank ihrer neuen Motoren, erfüllen. Später sollte sich herausstellen, dass genau diese neuen Dieselmotoren, nicht mehr den plötzlichen Motortod sterben, wie ihre Vorgänger Versionen (Stichwort Ford Transit). Von Seiten der Citroen Spezialisten des Autohauses  Bleker, wurde der Begriff Puma Motor in den Ring geworfen. Aber es gibt keine Firma Puma die Dieselmotoren bauen, sondern Puma ist wirklich der Name für eine Generation von Dieselaggregaten, die unter der Regie der Ford Motor Kompanie entwickelt wurden. Sehr intersante Informationen liefert die englische Wikipedia Seite ( https://en.wikipedia.org/wiki/Ford_Duratorq_engine ). Dort klärt sich auch der Begriff Puma. Zitat aus der Wikipedia Seite:

Der Ford  Motor, bezeichnet als Duratorq, ist der Markenname einer Vielzahl von Ford Dieselmotoren, die zuerst im Ford Mondeo im Jahre 2000 eingeführt wurden. Die erste Entwicklung unter dem Codenamen „Puma“, ersetzte den älteren Motor mit der Bezeichnung Endura-D, welcher seit 1984 produziert wurde. Kommerzielle Ausführungen des auch als York bezeichneten Motors wurden  im Ford Transit und  im London Taxi eingesetzt.  Nachfolgende Entwicklungen der TDCI Duratorq  Motoren waren eine Gemeinschaftsentwicklung von Ford und PSA. Verwendung fanden diese Motoren unter anderem in diversen Ford,Jaguar, Rover, Volvo und Mazda Modellen. Ein neuer Motor, mit dem Codenamen „Panther“ wird den bisherigen Puma im Jahr 2016 ersetzen.

Definieren kann man folgende Ausführung für den Citroen Jumper:

TDCi 16v ZSD („Puma“)

verbaut in den folgenden Fahrzeugen.

Ford Mondeo, Ford Transit, Ford Ranger (2012) T6, Jaguar X-TYPE, LDV, London Taxi TX1, TX2, Citroen Jumper, Peugeot Boxer,  Land Rover Defender

Der Artikel weist auch auf die Namensgebung hin. Während Ford die Bezeichnungen TDCI benutzt, nennen Citroen und Peugeot den Motor HDI. Deshalb darf man diese Aggregate nicht mit den PSA/DW Motoren gleichen Hubraums verwechseln.

Potz Blitz, wer hätte das gedacht. Diese Motorenfamilie bewegt das gute alte London Taxi seit vielen Jahren. Resultiert daraus auch der Qualitätsanspruch, den die alten Oelmotoren von Daimler-Benz bis in die frühen 90iger Jahre, inne hatten ? Widerlegt wurde diese Theorie durch die kapitalen Motorschäden des Ford Transit bis zum Erscheinen der Euro 5 Variante des  Duratorq. Um die Laufleistungen der Citroen Jumper zu bewerten hilft ein Blick in die Autoportale im Internet. Welche Laufleistungen wurden mit den jüngeren Motoren bereits erzielt ? Bei einer kurzen Stichprobe finden wir folgenden Angebot:

EZ 01/2013 352.926 km Diesel 96 kW (131 PS) Schaltgetriebe

Unsere Nachfrage beim Anbieter, ob denn dieses Fahrzeug bereits einen Austauschmotor habe, antwortet man verwundert mit Nein und gibt zu verstehen, dass dieses Laufleistungen nicht außergewöhnlich seien. Beim Blick auf die Typen mit der alten Euro 4 Norm (bis Bj.2012) fördert ebenso Fahrzeugezu Tage, mit Laufleistungen von über 300TKm.
Doch irgendwas muss ja dran sein, an den vielen Beiträgen von Wohnmobillisten, die mit ihrem Ford  Duratorq kapitale Motorschäden erlitten haben und das bei erheblich geringeren Laufleistungen. Als wir die Inspektion unseres Jumper begleitetet haben, haben wir den Kundendienstmeister natürlich mit diesen Fragen gelöchert. Ja es gab offenbar Probleme mit dem Puma Motor, bis zur Einführung der Euro 5 Norm. Erst eine Softwareänderung der Motorsteuerung brachte Abhilfe. Leider sind nicht alle Vertragswerkstädten gleich motiviert, diesen Problemen auf den Grund zu gehen und so ihre Kunden vor dem Desaster zu bewahren. Wer heute einen Transit, Jumper oder Boxer mit diesen Euro 4 Motoren sein Eigen nennt, sollte seinen Werkstadtpartner malträtieren um an das Softwareupdate zu gelangen.

Fazit:

Fiat oder Citroen ? Diese Frage hängt vom Servicepartner ab. Eine Rechtfertigung für die1000,00 € Aufpreis für einen Fiat Ducato, sucht man allerdings vergebens. Nutzt FIAT hier vielleicht nur die urdeutsche Aversion  gegen französische Produkte ? Gefertigt werden Automobile heutzutage international und einen großen Fauxpas kann sich eigentlich kein Hersteller mehr leisten. Fakt ist auch, dass beide Kontrahenten auf dem gleichen Band des Herstellerwerks SELVA in Italien montiert werden. Bei meinem Jumper klebt unter der Sonnenbrille der Serviceaufkleber vom FIAT-Camperservice. Als man den anbrachte stadn wohl noch nicht fest, wird es ein Fiat oder ein Citroen.