20 Jahre Kastenwagen Campingbusse

20 Jahre Campingbusse

Der Artikel der Autobild Reisemobil Cooles Mobil gesucht, ist der Ideengebenr für diesen Artikel gewesen.

Vom Mercedes 207D Bj.1979 zum Citroen Jumper Bj 2013

In diesen trüben, regnerischen und trist kurzen Januartagen, an denen das Filmen von Wohnmobilstellplätzen überhaupt gar keine Freude bereitet, finde ich etwas Zeit, über die Ahnen meiner Wohnmobile zu berichten. Auch über das Ereignis, meiner Infektion mit dem Campervirus will ich hier in lockerer Folge ein paar Zeilen – demnächst – tippen.

Am heutigen 19-1-2015 habe ich damit begonnen, einen Aufruf in verschiedenen Foren im Internet, nach Mobillisten zu starten, die noch heute mit einem mehr als 25 Jahre alten Mobil unterwegs sind. Zu diesem Anlass habe ich in meinem persönliche Archiv gekramt und stoße dabei auf die Erinnerung an meinen Mercedes Benz 207 D. Meinen ersten Camper. Dieser Artikel begleitet Sie auf meinem ganz persönlichen Weg über 20 Jahre Wohnmbilleben, alles in Campingbussen absolviert. Das vorläufige Ende der Geschichte ist ein Werksausbau, der Firma Clever Mobile, auf der beliebten Basis, des Fiat Ducato Zwillings, dem Citroen Jumper ( Die Puma Dieselmotoren.)

Wohnmobil Mercedes Benz 207 D Bj 79 mit 65 PS 2,81t zul Gesgew.
Wohnmobil Mercedes Benz 207 D Bj 79 mit 65 PS 2,81t zul Gesgew.

Was genau mich im Jahre 1993 geritten hatte, für einen Kurzurlaub ein Wohnmobil zu mieten, kann ich wirklich nicht mehr sagen. Ich war weder aus meiner Kindheit noch aus der Erfahrung von Freunden und Bekannten, jemals mit dem Thema Camping konfrontiert worden. Im Jahre 1987 hatte ich schon mal ein Steilwandzelt erworben, in dem ich eine ganze Nacht verbracht habe, dann aber wohl merkte, daß diese Art der Behausung mir nicht behagte. Steckt aber in einem Menschen ein echter Camper, also quasi ein genetisch bedingter Camper, dann bleibt das Unterbewusstsein immer noch auf Kurs und erzeugt neue Ideen. Eine dieser Ideen befaste sich mit den motorisierten Unterkünften.

Statt eines käuflich zu erwerben, machte ich mich auf die Suche nach einem Leihfahrzeug. Das erste Mietmobil war ein Mitsubishi mit einem Frankia-Aufbau. Ein guter Kunde wusste von einem, der sein Mobil schon mal privat für ein Wochenende verleiht. Ich weiß nicht welchen Preis wir ausgemacht hatten, aber bezahlt habe ich nichts, weil ich unterwegs die Wohnraumbatterie auf meine Kosten erneuert hatte und wir damit den Mietpreis abgegolten haben. Der Eigner war damit ebenso zufrieden, wie ich für 3 Tage Wohnmobilmiete. So verbrachte ich meine erste Nacht in einem Wohnmobil im, durchaus geräumigen Alkoven einer Frankania Mitsubishi – Mischung, auf dem Campingplatz am Dümmer See in Niedersachsen. Im Vergleich zum Steilwandzelt, war diese Behausung mehr als akzeptabel, es hatte so gut funktioniert, daß dieses Campingwochenende, als der Durchbruch galt. Im Jahr darauf mieteten wir einen FFB 650 Europa von einem professionellen Vermieter – wieder einen Alkoven, auf der Basis eines Fiat Ducato.

Tabbert FFB 650 Europa 1994
Zweites Mietfahrzeug Tabbert FFB 650 Europa 1994 Marktplatz von Freudenstadt

Dabei handelte es sich um die modellgepflegte Variante des Typs 290 mit ebenso kraftvollem und durchzugsstarkem, aber auch recht sparsamen Vierzylinder Dieselmotor. Ich erinnere mich an ein erhebliches, an heutigen Maßstäben gemessen, sehr lautes Motorgeräusch, das den Reisekomfort doch erheblich einschränkte. Jedenfalls waren die Führerhäuser dieser Transporter nicht mit denen der Neuzeit zu vergleichen. Wir wählten nur grob ein Ziel vom Rheinland in Richtung Süddeutschland aus. Damals gab es kein flächendeckend gut ausgebautes Wohnmobilstellplatznetz. Auch war mir kein Stellplatzführer bekannt. Wir navigierten nach Altväter Sitte mit einem Straßenatlas, auf dem kleine Symbole in Form eines Zeltes auf Campingplätze, hinwiesen. So steuerten wir eine Anlage in Ziegelhausen direkt am Neckar an. Diese komplette Mietwoche verlief derart angenehm und problemfrei, dass ich mich nach der Rückkehr entschlossen hatte, nun selbst einen Camper anzuschaffen.
Erst jetzt beschäftigte ich mich intensiver mit dem Thema Wohnmobile und Camping. So erstand ich auch meine erste Fachzeitung, den Platzhirschen Promobil, den ich seither regelmäßig lese. Schnell war klar, daß die Ansprüche von einem ausgewachsenen FFB 650, rein finanziell, unhaltbar waren. Und so wurde nach einer relativ kurzen Suche der Mercedes T1 Bus, vom Typ 207 D mit stolzen 65 PS aus 2,4 Litern Hubraum, mein Eigen. Es war einer der letzten T1 Transporter die seiner Zeit in Bremen gebaut wurden. Bei der Konzeption dieses Typs hat wahrscheinlich kein Ingenieur, kein Kaufmann bei Mercedes Benz, je darüber nachgedacht, daß es Zeitgenossen geben wird, die mit einem solchen Vehikel auf eine grosse Urlaubstour gehen werden. Schon damals war das Fahrzeug chronisch untermotorisiert. Die Geräuschkulisse bei höheren Drehzahlen kann man gut und gerne als unerträglich bezeichnen. Und dennoch haben wir mit diesem Bus Touren aus dem Herzen den Ruhrgebiets, vornehmlich, bis an die Ostsee unternommen. Fahrten in Richtung Süden, also Mittelgebirgslagen, habe ich auf Grund der Autobahnsteigungen, tunlichst vermieden. Entschädigt hat uns der treue Benz mit einer unvergleichlichen Zuverlässigkeit, die er aus den braven Automodellen der Mercedes Strich 8 geerbt hatte. Das zu diesem Erbe aber auch der Rost gehört, muss im Teil II meiner Camper-Autobiographie, Erwähnung finden An diesem Bus war, trotz seiner schon 280.000 Km kein weltbewegender Defekt zu beklagen. Die Campingeinrichtung stammte aus dem Sortiment der Firma Reimo. Vermutlich wurde der Ausbau zum Camper durch einen Profi ausgeführt. Alles war sauber und vor Allem dicht verarbeitet. Der für zwei Reisende konzipierte Grundriss, wies hinter dem Beifahrersitz eine Kühl – Kocher – Spülen – Kombination auf. Hinter dem Fahrersitz war ein Kleiderschrank eingebaut, in dessen unteren Teil eine betagte Truma Heizung für wohlige Wärme sorgte. Direkt hinter dem Kleiderschrank schloss dich die längs verbaute Sitzbank an, die in Kombination mit der gegenüberliegenden Sitzbank und dem mittigen Hubtisch, umgebaut eine ausreichend große Liegefläche bot. In der folgenden Skizze habe ich den Grundriss aufgezeichnet.

Grundriss Innenausbau Mercedes T1N
Grundriss Reimo Lugano für Mercedes T1N mit kurzem Radstand

Heizung und Kocher wurden aus einem Unterflur montierten Gastank versorgt. Zwar hatte ich allerhand über neue Reisemobile in meiner Fachlektüre gelesen, aber Tipps zum Kauf eines gebrauchten Wohnmobils gab es damals nicht für Geld und gute Worte. Die gefährliche Mischung aus Ahnungslosigkeit, Leichtsinn und Mut, führte kurz nach dem Kauf zu einer Gasexplosion in meinem Bus. Der ausführliche Bericht zu diesem Schreckensszenario folgt im Teil II meiner kleinen Zeitreise…